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STUDENS WORKS / ARCHIVE WS99 I SS99 I WS98
NANJING PROJECT
ABSTRACT:
WWW-CONFERENCE IN DARMSTADT, GERMANY, APRIL 1995
"We have to take the net away from the engineers
J.MITCHELL, 1995, CITY OF BITS
"Click, click through Cyberspace; this is the new promenade of architecture"
"Das Netz ist der städtische Platz direkt vor uns, eine Einladung die Stadt der Bits zu entwerfen und zu konstruieren.... Aber diese Neubesiedelung wird die klassischen Regeln, mit denen Architektur von frühester Zeit bis heute entwickelt wurde, umkehren und neu definieren."
NEVILLE BRODY, 1997
"A web-site is a public space inside the world-wide-web, where people meet and communicate with each other, a space with traffic lines, signs and marketplaces, sometimes also with flowers, fountains and artworks."
WILLIAM GIBSON
The world-wide-web is something unfinished, that still keeps growing. It is not like it was 6 months ago and how it will be 6 months later on. There was no planning. It just happened and it still happens. It has appeared in the same way how cities have grown.
It is a city.
ULRICH BECK, 1996
"Stadtplanung und Stadtpolitik sind ähnlich wie Recht oder Humangenetik Formen angewandter Gesellschaftsgestaltung. ... Identität entsteht aus den von der Architektur sträflich vernachlässigten Zwischenräumen, dem Public Domain, dem Viertel, auch für das private.
Bewußtsein."
BÉLA BÁLAZS, 1938
"Die Welt eines Gemäldes ist unnahbar und ohne Eingang, auch dann, wenn ich es in der Hand halte. Und die Welt der Szene (in einem Theater) ist ebenso geschlossen und unnahbar, wenn ich meinen Sitzplatz auf der Bühne selbst habe oder die Bühne mitten in den Zuschauerraum hineinreicht. Denn die Isoliertheit und die Distanz im Bewußtsein besteht darin, daß ich in den Raum der Handlung nicht eintreten kann, mich nicht unter die Figuren mengen kann... Der Film hat dieses Prinzip der alten räumlichen Künste... zerstört. Die bewegliche Kamera nimmt mein Auge, und damit mein Bewußtsein, mit: mitten in das Bild, mitten in den Spielraum der Handlung hinein. Ich sehe nichts von außen. Ich sehe alles so, wie die handelnden Personen es sehen müssen. Ich bin umzingelt von den Gestalten des Films und dadurch verwickelt in seine Handlung. Ich gehe mit, ich fahre hin, ich stürze mit - obwohl ich körperlich auf demselben Platz bleibe.
REINHARD LOSKE, FICTION 2050
"It`s not the "Data-Highway"" that has prevailed, but it`s the "Data-walkway": 80% of the inquieries hit the sourroundings of someones living place: Which company offers what? What does the guides say about cinemas, theaters and music halls. How is the wheather to became the day after tomorrow ?"
FERNANDO PESSOA, The Book of Unquiet
"Manchmal phantasiere ich davon, wie angenehm es mir doch wäre, im Traum ein zweites, "unterbrochenes Leben für mich allein zu schaffen, wo ich ganze Tage mit imaginären Reisenden, völlig künstlich erschaffenen Personen, zubringen und mich an
diesem fiktiven Leben freuen würde. In jener Welt würde es Traurigkeit geben und ebenso große Freude. Und nichts an mir wäre real. Alles dort aber wäre von hervorragender, ernsthafter Logik, alles würde zum Rhythmus wollüstiger Künstlichkeit tanzen und in einer Stadt sich abspielen, die aus meiner innersten Seele gebaut ist. ...
FLORIAN RÖTZER, 1994
"Doch das Reisen in den virtuellen Welten, in den neuen urbanen Zonen, im öffentlichen Datenraum, vor dessen Türen selbstverständlich wieder kassiert wird, findet in umbauten Räumen statt, die nur noch Kästen für Körper sein müssen - so wie Rem Koolhaas das mittlerweile verworfene Gebäude für das ZKM in Karlsruhe realisieren wollte; so wie das Gehäuse des Rechners keine Beziehung mehr zu dem besitzt, was in ihm abläuft, sondern nur noch Schutzfunktion besitzt.
Die Türen in die virtuellen Räume sind keine architektonischen mehr.
SOKRATES (über das virtuelle Medium der letzten Jahrhunderte)
"Die Schrift schwächt das Gedächtnis, da es nicht mehr durch Memorieren trainiert werde.
"Die Schrift wird nur als Gedächtnisstütze für den Autor anerkannt. Sie ist aber kein unabhängiges Kommunikationsmedium.
"Die Aneignung von Wissen allein durch einen schriftlichen Text und nicht durch die eigene Erfahrung führt nur zum Schein von Weisheit.
"Da sich ein Text nur an einen unspezifischen Adressatenkreis richten oder gelangen kann, verursacht er mehr Verwirrung, da er notwendigerweise zu allgemein gehalten ist, um die Intention an den individuellen Leser zu vermitteln.
"Die räumliche und zeitliche Trennung von Autor und Leser enthebt den Autor seiner sozialen Verpflichtung, die Wahrhaftigkeit seiner Aussagen zu garantieren. Der Text ist weniger ernsthaft.
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